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Arbeit & Beruf7 Min. Lesezeit

ADHS und Arbeit: Warum du in klassischen Jobs kämpfst

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François Matthey

Gründer ADHwaS · Verstehen statt Reparieren

Du bist nicht das Problem. Dein Arbeitsumfeld ist es oft. ADHS am Arbeitsplatz bedeutet für viele Menschen ein täglicher Kampf gegen ein System, das nicht für ihre Gehirne gemacht ist.

Warum das klassische Arbeitsumfeld für ADHS-Gehirne so anstrengend ist

Die Reizüberflutung im Grossraumbüro

Das moderne Büro ist ein Reizfeuerwerk. Für Menschen mit ADHS ist es wie Dauerbeschuss ohne Fluchtweg. Der Reizfilter bei ADHS funktioniert anders. Während ein neurotypisches Gehirn automatisch ausfiltert, was irrelevant ist, verarbeitet ein ADHS-Gehirn einen Grossteil der Informationen als gleichgewichtig.

Der Slack-Tyrann und die E-Mail-Lawine

Slack ist für ADHS oft ein permanentes Läuten von Alarmen. Notification nach Notification, jede einzelne ein kleiner Dopamin-Kick, der dein Gehirn aus dem Task zieht. Und E-Mails? Jede ungelesene Mail ist ein kleiner Stress im Hinterkopf.

Monotone Aufgaben und das ADHS-Gehirn

Menschen mit ADHS sind oft fantastisch in interessanten, abwechslungsreichen Aufgaben. Aber gib ihnen eine eintönige, repetitive Aufgabe – und du siehst Agonie. Das ist nicht Faulheit. Das ist neuronale Unterstimulation.

Die verborgenen Stärken von Menschen mit ADHS im Arbeitskontext

  • Hyperfokus und Kreativität: Wenn das richtige Projekt kommt, können Menschen mit ADHS in Zonen eintreten, wo sie unglaublich produktiv sind.
  • Schnelles Denken und Mustererkennung: Das ADHS-Gehirn scannt schnell und macht Verbindungen zwischen Ideen.
  • Hohe emotionale Intelligenz: Menschen mit ADHS haben oft ein feines Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken.
  • Resilience unter Druck: Der letzte Sprint vor einem Deadline – das ist, wenn manche ADHS-Menschen aufblühen.

Was Arbeitgeber*innen konkret tun können

  • Strukturen, nicht Willenskraft: Klare, wiederholte Deadlines. Häufiges Feedback. Klare Ziele.
  • Sinnhaftigkeit explizit machen: Erkläre, warum eine Aufgabe wichtig ist.
  • Varietät statt Monotonie: Designiere Rollen mit abwechslungsreichen Aufgaben.
  • Reizmanagement im Büro: Ruhige Arbeitsräume, Kopfhörer-Zeit, asynchrone Kommunikation.
  • Flexible Arbeitszeiten und Orte: Flexibilität ist nicht ein Bonus – sie ist notwendig.

Fazit

Der Kampf, den Menschen mit ADHS am Arbeitsplatz führen, ist real. Aber es ist ein systemisches Problem, das gelöst werden kann. Wenn du als Person mit ADHS kämpfst: Dein Job passt vielleicht nicht. Manchmal ist die Lösung nicht, dich anzupassen. Manchmal ist sie, den Job zu wechseln oder die Struktur zu verhandeln.

Das nächste für dich

Für Erwachsene: 6-Modul Erwachsenenkurs und 1:1 Coaching. Für Arbeitgeber*innen: Unsere B2B-Workshops zeigen, wie neurodivergenzfreundliche Arbeitsumgebungen aussehen.

Zum Erwachsenenkurs
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François Matthey

François Matthey ist Gründer von ADHwaS. Verstehen statt Reparieren.

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